Akustikpaneele für Büros: Arten, Kosten und Wirkung

In der Besprechung versteht man den Kollegen am anderen Tischende nur, wenn er die Stimme hebt. Nach der Videokonferenz brummt der Kopf, obwohl das Meeting nur eine halbe Stunde ging. Niemand hat geschrien, es hat auch niemand gebohrt. Der Raum selbst ist das Problem.

Wer die Ursache sucht, landet fast immer beim Nachhall. Harte Böden, Glasflächen und glatte Decken werfen Schall zurück, bis sich einzelne Stimmen zu einem Brei überlagern. Akustikpaneele sind das gängigste Werkzeug dagegen. Der Markt bietet aber mindestens drei unterschiedliche Bauarten, und sie lösen nicht alle dasselbe Problem gleich gut.

Wie wir im Grundlagenartikel zum Schallschutz im Büro beschrieben haben, gilt für Akustikmaßnahmen immer dieselbe Reihenfolge: erst die Decke, dann die Wände, dann die Möblierung, zuletzt Teppich und Pflanzen. Akustikpaneele decken die ersten beiden Schritte ab. Richtig eingesetzt sind sie oft der wirksamste Hebel im ganzen Raum.

Absorption ist nicht Dämmung

Ein Missverständnis zieht sich durch fast jedes Beratungsgespräch: Akustikpaneele dämmen nicht, sie absorbieren. Der Unterschied ist entscheidend. Eine Dämmung hält Schall davon ab, einen Raum zu verlassen oder zu betreten, das haben wir im Artikel zu Raum-in-Raum-Systemen beschrieben. Eine Absorption saugt den Schall auf, der bereits im Raum ist, und verkürzt damit den Nachhall.

Ein Akustikpaneel an der Wand macht den Nachbarraum also nicht leiser. Es macht den eigenen Raum klarer zum Sprechen und angenehmer zum Zuhören. Wer beides braucht, also Ruhe im Raum und Ruhe vor dem Raum, kombiniert Paneele mit einer baulichen Trennung oder einer Box.

Akustikpaneele von OKA an einer Bürowand

Drei Bauarten im Vergleich

TypAufbauWirkt gut beiTypischer Einsatz
Einfaches Stoffpaneelstabile Trägerplatte aus Holz mit textilem Überzug, kein Luftpolster dahintermittlere Frequenzen, also SpracheWandelemente in Büros und Besprechungsräumen mit moderatem Hallproblem
Paneel mit Mineralwolle- oder Schaumstoffkernleichter als die feste Trägerplatte, echter Akustikkern statt Holzerweitert die Wirkung in den TieftonbereichRäume mit tiefen Stimmen, Lüftungs- oder Gerätegeräuschen
BreitbandabsorberMineralwolle oder Schaumstoff, deutlich dicker, 50 bis 100 mm und mehrdas volle Spektrum, auch tiefe FrequenzenCallcenter, Aufnahmeräume, stark hallende Bestandsräume

Die feste Holzträgerplatte macht das einfache Stoffpaneel spürbar schwerer als die Varianten mit Mineralwolle- oder Schaumstoffkern, das überrascht viele Kunden im ersten Beratungsgespräch. Am Frequenzverhalten ändert das wenig: Für dröhnende Lüftungsanlagen oder tiefe Bürogeräusche braucht es ohnehin einen echten Akustikkern und mehr Tiefe, wie sie der Mineralwolle- oder Schaumstoffkern und erst recht ein Breitbandabsorber mitbringen. Optisch sind viele dieser Typen auch als abgehängte Deckensegel erhältlich, gezielt über besonders lauten Arbeitsbereichen positioniert, statt flächig an der Decke montiert.

Die Kennzahl, auf die es ankommt

Hersteller werben gern mit Materialdicke oder Optik. Die belastbare Angabe ist der bewertete Schallabsorptionsgrad, kurz αw, genormt nach EN ISO 11654. Er reicht von Klasse E, kaum wirksam, bis Klasse A, sehr stark absorbierend, bei einem αw ab 0,90. Für Büros und Besprechungsräume sollte ein Paneel mindestens Klasse C erreichen, bei viel Glas und Sichtbeton im Raum eher A oder B.

Fragen Sie deshalb nach der Absorptionsklasse nach EN ISO 11654 und nach dem zugehörigen Prüfbericht, nicht nur nach der Materialdicke. Zwei Paneele gleicher Stärke können in der Absorptionsklasse trotzdem weit auseinanderliegen, je nachdem wie das Material im Inneren aufgebaut ist.

Brandschutz nicht vergessen

Für Bürogebäude wird üblicherweise mindestens die Baustoffklasse B1, schwer entflammbar nach DIN 4102-1, verlangt, bei abgehängten Deckensegeln kommen oft noch Anforderungen an das Brandverhalten im Deckenzwischenraum dazu. Lassen Sie sich vor der Bestellung das Prüfzeugnis zeigen, nicht nur die Zusage des Anbieters.

Wie viel Fläche braucht ein Raum?

Die DIN 18041 legt für Büro- und Besprechungsräume Zielwerte für die Nachhallzeit fest, abhängig von Raumgröße und Nutzung. Für die Praxis reicht als erste Orientierung eine einfachere Regel: In einem normal hallenden Besprechungsraum sollten etwa 30 bis 40 Prozent der Decken- oder gleichwertig verteilten Wandfläche wirksam absorbierend ausgeführt sein. In Bestandsräumen mit viel Glas, Sichtbeton oder Steinboden braucht es eher mehr, teils 50 Prozent und darüber.

Verlassen Sie sich bei einem konkreten Projekt nicht allein auf die Faustregel. Eine Nachhallzeitmessung vor der Bestellung zeigt, wo im Raum die Reflexionen tatsächlich entstehen, und verhindert, dass am Ende zu viel oder an der falschen Stelle Material verbaut wird.

Akustikelemente terioplus Disc im Empfangsbereich
Bei Räumen, wo Wandflächen durch Verglasung nicht bedeckt werden können, helfen auch hier dargestellte Standelemente im Raum selbst.

Was Akustikpaneele kosten

Die Spannen sind groß, weil Absorptionsklasse, Oberfläche und Montageart stark variieren. Als Orientierung:

TypPreisrahmen pro m²
Einfaches Stoffpaneelca. 40 bis 80 €
Paneel mit Mineralwolle- oder Schaumstoffkernca. 80 bis 150 €
Breitbandabsorberca. 100 bis 250 €

Preistreiber sind vor allem die Absorptionsklasse, bedruckte oder farblich individuelle Oberflächen sowie die Montageart. Abgehängte Deckensegel brauchen mehr Montagezeit als geklebte Wandpaneele, das schlägt sich im Angebot nieder. Dazu kommen bei größeren Flächen oft Rabattstaffeln, die im Erstangebot noch nicht sichtbar sind.

Selbst hören, was ein Paneel bringt

Ein Datenblatt beantwortet nicht, wie ein Raum sich anhört, wenn drei Leute gleichzeitig sprechen. In unseren Showrooms in Hallbergmoos und Schweitenkirchen stehen unterschiedlich stark absorbierende Wand- und Deckenlösungen nebeneinander, unter anderem von Mute, Palmberg und Nowy Styl. Der Unterschied zwischen einem kahlen Raum und einem gut gedämpften Raum lässt sich dort in wenigen Minuten hören.

Wir sind herstellerunabhängig und verkaufen keine eigene Paneellinie. Das heißt, wir sagen Ihnen auch, wenn ein einfacheres Modell für Ihren Raum reicht oder wenn statt zusätzlicher Paneele eher eine andere Maßnahme aus der Akustik-Hierarchie den größeren Unterschied macht.

Einen Überblick über unsere Akustiklösungen finden Sie auf unserer Leistungsseite Akustiklösungen.

Wenn Sie ohnehin über Ihre Bürofläche nachdenken, schauen wir uns die Akustik gleich mit an. Sprechen Sie uns an, wir kommen für einen ersten Blick auch vorbei.